Ideen sind gut. Vor allem im Bereich Werbung und Marketing. Da sind sie nicht einfach nur gut, sondern überlebenswichtig. Und wie es eben manchmal so ist: kompletter Breakdown im Gehirn, Schreibblockaden, Ideenhemmung, luftleerer Raum im Kreativzentrum des Oberkopfbereiches. Und wo bleiben dann die Ideen? Ganz klar: auf der Strecke!
Die Werbetreibenden wären ja nicht Koniferen (lol) auf ihrem Gebiet wenn sie nicht auch für solche Momente die perfekte Lösung gefunden hätten. Wenn man selbst keine Ideen hat, dann muss man eben andere danach suchen lassen. Und eins fix drei ist aus der Not eine Tugend gemacht: das Crowdsourcing wurde geboren. Es ist jetzt schon lange kein Kleinkind mehr, sondern es ist schon ganz schön groß. Nichts Neues mehr und es holt nur noch Wenige hinter dem Ofen hervor. Dennoch bedient man sich in der Kreativabteilung immer wieder dieser Geschichtchen.
Für alle, die trotzdem noch nicht wissen was Crowdsourcing bedeutet:
Der Neologismus “Crowdsourcing” bezeichnet den Trend zur Teilauslagerung von Unternehmensaufgaben an eine Menge von Menschen, die diese Aufgaben in ihrer Freizeit lösen, in der Regel kostenlos. Das Internet dient dabei als Medium und Plattform für alle Prozesse zwischen Unternehmen und einem Heer von Freizeitarbeitern. (Quelle)
Besser hätte ich jetzt auch nicht ausdrücken können. Vielleicht nur so: Crowdsourcing ist eine Sache, die 2 Fliegen mit einer Klappe schlägt. Man bekommt Ideen von vielen (vielleicht Tausenden) Pseudo-Kreativen direkt zugeliefert, kann sich die beste Idee für sein Unternehmen aussuchen und sie irgendwann, wenn die Sache verpufft ist, als die Eigene verkaufen und man macht Marketing. Mit allem drum und dran. So richtig schön viral. Klasse!
Beispiele dafür gibt es viele.
Da hätten wir zum Einen Tchibo Ideas. Eine Plattform, die Ideen sammelt. Was es eigentlich so richtig soll, ist mir nicht ganz klar. Die Seite ist sehr schick, spricht mich sofort an, aber mehr auch nicht. Gerüchte besagen, dass dazu auch Gratispakete an Random-Blogger geschickt wurden, die Gratisgeschenke wie Handys enthielten und ganz unauffällig auf die neue Plattform aufmerksam machen sollten. Da hat man sich bei der Zielgruppenbesprechung aber ganz arg ans Protokoll gehalten, oder? Gut. In dem Anschreiben heißt es:
“Denn eine brandneue Community will den viel zitierten mündigen Verbraucher auf der einen und die Designer und Erfinder auf der anderen Seite in einen Dialog bringen, aus dem sich Produktideen und Verbesserungen entwickeln, die die Menschen wirklich wollen.” (Quelle)
Zum Anderen gibt’s auch Threadless. Hier kann man T-Shirts designen, bewerten und für die besten wird dann eins von der Sorte auch produziert.
Google veranstaltet auch regelmäßig Crowdsourcing-Aktionen. Die Letzte fand im Rahmen der Fußball EM08 statt und hieß „Doodle 4Google“. Frei nach dem Motto: „Schickt uns eure besten Ideen zum Designen des Google Logos zum Thema EM und das Beste wird am Finaltag online gestellt.“
Auch Dell kann sich solchen Geschichten nicht entziehen. Hier klappts auch (mehr oder weniger) mit einer Ideenplattform namens ideastorm. Idee 3.0 eben
Tja.
Mal sehen wo das alles noch hin führt und wobei wir demnächst überall Mitspracherecht haben können. Die älteste Form des Crowdsourcing ist dann eigentlich fast schon die Demokratie, oder? Aktiv mitbestimmen durch aktiven Wahlgang? Werbegag und Marketingmittel? Das kann jeder selbst entscheiden.


