Werbung ist so schön. Wenn sie Kunst ist. Kunst ist ja bekanntermaßen viel. Angefangen von Gebautem, Geschriebenem, Gemalten, Modelliertem, Geknetetem bis über das Gehörte. Ein Unternehmen muss sich also nicht nur visuell verkaufen sondern eben auch auditiv. Neben einer Marke, die das Corporate Design widerspiegelt, sich in ihrem Design, ihren Farben und Formen wiegt und mit ihnen spielt, ist es durchaus wichtig, die Marke auch über einen Ton, eine Melodie, ein Geräusch zu definieren. Sprich: die Vermarktung erfolgt auch über das Sounddesign eines Unternehmens. Rechtlich geschützte Sounddesigns gibt es viele. Einige davon nerven, andere sind sympathisch, werden kopiert und in den Alltag übernommen.

Die Telekom, die magenta-farbenen Freunde, definieren sich also nicht einfach nur über ihr pinkfarbenes Erscheinungsbild sondern eben auch über den typischen Telekomsound und rufen so bei Einigen Freude, bei den Anderen puren Hass hervor.

Zurzeit erfüllen auch die Wellness-Pimp-Your-Brain-Kampagen von Nintendo viele deutsche Wohnzimmer mit Wohlklang. Sowohl für die Wii (die Konsole für den heimischen Fernseher mit sozial-gesellschaftlicher-In-Sein-Komponente) als auch für die portable Variante des In-Style-Seins, nämlich die DS, hat sich Nintendo an ein schönes Sounddesign in seinen Werbespots gewagt. Frisch, leicht, neu, dynamisch und weiß – das gibt das elektronische Geräusch in jedem TV-Spot wieder und beflügelt den potenziellen Käufer.

Ebenso tun dies große deutsche Automobilhersteller. BMW verursacht Gänsehaut mit einem tiefen, dunklen, leicht monotonen metall-ähnlichen Brummen am Ende jedes Spots. Man beachte hier die kleine aber feine Abänderung des Clips vom Original. Schon beachtlich von welchem Auto der junge Herr also wirklich träumt :-)

Mercedes hingegen überzeugt mit einem elfenähnlichen, leichten Sing-Sang, was beim Hörer das Erscheinen eines leuchtenden Vollmondes am dunklen Himmel im Hirn verankert.

Herrlich. Bisher zeigte ich mich tief beeindruckt vom Können der ausgewählten Sounddesigner. Nun wurde in mir jedoch Misstrauen geweckt, denn ich entdeckte ein Video, welches beweisen soll, dass gerade das von mir gepriesene Mercedes-Elfen-Singen mittels einer einfachen Mix-CD für den heimischen PC hergestellt werden kann. Also nix mit künstlerischen Arbeiten gut bezahlter Produzenten, die sich nächtelang die Nacht um die Ohren schlugen um den perfekten Mercedes-Sound zu kreieren?

Inwieweit diesem Clip zu trauen ist, ist fraglich. Welchen Ehrgeiz Youtube bei Hobbyfilmer verursacht, ist ja bekannt. Vielleicht wurde dieses Video ja auch bewusst vom Sternträger-Autokonzern gestreut um eben genau diese Kampagne zu vermarkten?

Egal. Schön klingts. Lasst die Elfen singen.

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